Die Energiewende scheitert an der Physik - Science Skeptical Blog pandora anheng

  1. Tim Hardenberg 4. Januar 2013 17:24

    Klasse Artikel! Sehr gut und anschaulich erklärt.

    Beim Wechselstrom, der seine Polarität sechzigmal pro Sekunde wechselt tanzen die Ladungsträger nur auf der Stelle.

    …..bei 50 Hz Netzfrequenz ???

  2. Neuling 4. Januar 2013 19:15

    Hallo!

    Der Artikel beinhaltet gute Erklärungen, wie unser Stromnetz funktioniert.
    Ich muss sagen, dass das der erste Artikel ist, den ich auf diesem Blog gelesen habe -- und es kann gut sein, dass ich mich an den Ton erst gewöhnen muss (oder auch dass ich wieder woanders herum streune), jedoch ist das Drängen darauf, dass alles wegen „Öko-Strom“ so teuer ist, nur absolut einseitig betrachtet.

    Ein paar Denkanstöße (Klimawandel lasse ich komplett aus) :
    Wie teuer wird es, wenn man einen GAU eines Kernkraftwerks in die Stromrechnung miteinbezieht?
    Wie teuer wird es, wenn die Entsorgung oder die künftigen Aufbereitungskosten radioaktiver Brennstoffe verrechnet wird?
    Wie teuer wird es, wenn Wasserkraftwerken (bei Umsetzung der WRRL bzw. weiter steigendem Umweltbewusstsein) weniger Regelerzeugungsvermögen zugesprochen werden?
    Wie teuer sind die durch Asthma und Krebs verursachten Patientenkosten?
    Wie teuer wird Öl, Erdgas, Kohle zukünftig (2050?) sein?

    Natürlich haben Sie recht, dass durch PV und Wind (kurzfristig auf jeden Fall) alles teurer wir fpiuvety. music on internet pandorad -- jedoch erwähnen Sie mit keinem Wort die Langzeitfolgen und -kosten anderer Verfahren.
    Ich bin auch nicht unbedingt der große Fan dieser beiden Verfahren (Wie sinnvoll ist PV in Deutschland?), aber eine momentane Preiserhöhung nur darauf zu schieben ist sehr kurzsichtig.

    Des weiteren bin ich auch der Meinung, dass Ihr zweiter physikalischer Grund mittlerweile nicht mehr haltbar ist: es gäbe (billige) Konzepte zur groß angelegten Speicherung von Strom, die jedoch (wegen der Öllobby oder aus welchen Gründen auch immer) noch immer als schlecht realisierbare Einsiedlerlösungen wahrgenommen werden.
    Pumpspeicherkraftwerke sind natürlich auch noch eine Möglichkeit und im Moment wohl eine der Hauptgründe, warum das Netz noch stabil ist und sich die Frequenz halbwegs regeln lässt.

  3. Rudolf Kipp 4. Januar 2013 19:26

    Sehr anschaulich erklärt und sehr passend auf den Punkt gebracht.

    Doch zieht kaum jemand aus dieser Entwicklung die richtigen Schlüsse. Vielmehr heißt es oft, die Energiewende an sich wäre richtig und wichtig, die Kosten aber wären dem schlechten Management und der Planlosigkeit der Regierung anzulasten. Das ist ein schwerwiegender Irrtum.

    Oder wie es ein Kommentator mal an anderer Stelle ausdrückte:

    When you find yourself in a hole, STOP DIGGING!

    Aber Vernunft steht ja gar nicht mehr zur Debatte — nirgendwo. Stattdessen lauten die progressiven Vorschläge, das Graben sorgfältiger zu planen, koordinierter zu graben, cleverer zu graben, verstärkt zu graben, ökonomischer zu graben, vernetzter zu graben, vorausschauender zu graben, intelligenter zu graben …

  4. Rolf Kersten 4. Januar 2013 19:36

    Sicherlich kommen Gas-, Kohle- und Ölkraftwerke durch den Ausbau von Windkraft und Solar zukünftig auf weniger Volllaststunden. Daß sie dadurch ihren Brennstoff mit geringerer Effizienz nutzen und mehr CO2 pro KWh Strom erzeugen läßt sich aus meiner Sicht bis jetzt nicht belegen: Die gleiche Quelle, die Sie nutzen (BMWi Energiedaten) listet im Bereich „Kennziffern des Energieverbrauchs“ die Entwicklung des „Wirkungsgrads von Stromerzeugungsanlagen (fossil)“. Und dieser ist in den letzten 10 Jahren von 40,1% auf 46,9% gestiegen. Die fossil erzeugte Strommenge ist dabei ungefähr gleichgeblieben.
    Schaut man auf die Volllaststunden der letzten 10 Jahre, so sind sie für Kohlekraftwerke tatsächlich um ca. 20% gefallen. Es wird also mehr geregelt. Gaskraftwerke haben ihre Volllaststunden um 20% erhöht, allerdings immer noch einen Anteil von unter 25% der fossilen Erzeugung. Am Gas allein kann also die Wirkungsgradverbesserung nicht liegen.
    Offensichtlich sind auch Kohlekraftwerke trotz erhöhter Regelanforderungen durch den Zubau von Wind und Solar effizienter geworden.

  5. Rudolf Kipp 4. Januar 2013 20:05

    @ Neuling #2

    Ich muss sagen, dass das der erste Artikel ist, den ich auf diesem Blog gelesen habe

    Schön, dass Sie hierher gefunden haben.

    (…) ist das Drängen darauf, dass alles wegen “Öko-Strom” so teuer ist, nur absolut einseitig betrachtet.

    Was für weitere preistreibende Faktoren sehen Sie denn momentan?

    Wie teuer wird es, wenn man einen GAU eines Kernkraftwerks in die Stromrechnung miteinbezieht?

    Die Kosten des Fukushima-Unglücks werden mit 100 Mrd. Euro beziffert. Interessanterweise werden für die Mehrkosten die Japan für den Ersatz der Kernkraftwerke durch Gas und Öl entstehen mit etwa 100 Mrd. Dollar pro veranschlagt.

    Wie teuer wird es, wenn die Entsorgung oder die künftigen Aufbereitungskosten radioaktiver Brennstoffe verrechnet wird?

    Diese Kosten sind in Deutschland in den Strom-Gestehungskosten der Kernkraftwerke bereits enthalten. Sowohl das Errichten wie auch der Betrieb eines Endlagers. Wobei eine Endlagerung, also ein so tiefes Verbuddeln der Reststoffe eigentlich wenig sinnvoll ist. Es gibt bereits jetzt Technologien aus diesen Energie zu gewinnen und in kurzlebige Radionuklide umzuwandeln. Thorium Flüssigsalz-Reaktoren wären da ein Beispiel.

    Wie teuer sind die durch Asthma und Krebs verursachten Patientenkosten?

    Was meinen Sie damit? Die zusätzlichen Asthmafälle durch fehlerhafte und übertriebene Gebäudedämmung? Das daurch auch Krebs ausgelöst werden würde ist mir allerdings neu.

    Wie teuer wird Öl, Erdgas, Kohle zukünftig (2050?) sein?

    Gas wird durch die Förderung aus unkonventionellen Quellen (Shale-Gas, Gashydrate) in Zukunft vermutlich günstiger. Beim Öl werden unkonventionelle Vorkommen zukünftig wohl eine ähnlich große Rolle spielen. Peak-Oil ist jedenfalls für die überschaubare Zukunft abgesagt.

    Kohle ist ohnehin noch für viele Jahrhunderte verfügbar. Wobei die vermehrte Verfügbarkeit von Öl und Gas hier eine preisdrückende Wirkung haben kann.

    es gäbe (billige) Konzepte zur groß angelegten Speicherung von Strom

    Nennen Sie eins.

    Ich habe versucht Ihnen in meinem Kommentar ein paar Anregungen zu geben, sich hier im Blog ein wenig umzuschauen. Möglicherweise werden Sie sich wundern, dass es durchaus viele Möglichkeiten einer sicheren und wirtschaftlichen Stromversorgung für die Zukunft gibt, von denen Sie in den Medien nur sehr selten hören. Die sogenannten Erneuerbaren sind hierzu nicht in der Lage. Die Gründe dafür hat Peter Heller hier sehr gut dargelegt. Noch mehr Dtails dazu können Sie hier finden.

  6. Rudolf Kipp 4. Januar 2013 20:13

    @ Rolf Kersten

    Daß sie dadurch ihren Brennstoff mit geringerer Effizienz nutzen und mehr CO2 pro KWh Strom erzeugen läßt sich aus meiner Sicht bis jetzt nicht belegen:

    Das war hier gar nicht Thema. Dazu hat Tritium allerdings vor einiger Zeit etwas geschrieben.

  7. Hans Meier 4. Januar 2013 20:14

    Hut ab, für Ihren Beitrag Herr Heller,
    mit dem Bemühen auch technisch-physikalisch weniger versierten Lesern, die zum Scheitern führende „Energie-Wende“ plausibel zu machen.

    Wer das landesweite Wettergeschehen, im Bereich Sonne und Wind bei der täglichen Störstromerzeugung anschauen will, hier http://www.transparency.eex.com/de/

    Neben der Physik und dem elektrischen Strom, als einem „Lebens-Elexier“ einer modernen Wirtschaft und Gesellschaft, regiert eben auch Geld die Politik.
    Und genau daran, an der unsinnigen Ausbeutung der Stromverbraucher, ohne Alternative und internationalen Wettbewerb, kippt diese Wende als ein „grünes Schild-Bürger-Projekt“, über das sich rings um Deutschland viele Leute, schon heute schlapplachen.
    Welche – Entschuldigung – Volltrottel-Politik da in gesetzlichen Gang gebracht wurde, kann nur durch eine bewusste Absicht, einen maximalen Schaden* zu verursachen, als listig betrachtet werden.
    * dieser maximale Schaden, ist das „Markenzeichen“ überzeugter Kernkraftgegener.

  8. Günter Heß 4. Januar 2013 20:26

    Lieber Herr Neuling #2,

    sie fragen:

    „Wie teuer sind die durch Asthma und Krebs verursachten Patientenkosten?“

    Deutschland setzt in seiner Energiewende stark auf Kohle und Biomasse (Holz, Abfälle, etc), sowie dezentralisierte Anlagen. Da dürfte die Luftverschmutzung, Feinstaub und die Dioxinbelastung wieder steigen.
    Auch setzt ja Kohle alle möglichen Schwermetalle inklusive Uran und Thorium frei.
    Da können unsere Kernkraftwerke nicht mithalten.

    Umwelt- und Menschenschutz leiden durch die Ideologie vom Klimaschutz.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  9. Günter Heß 4. Januar 2013 20:37

    Lieber Herr Heller,

    die Physik haben sie gut erklärt. Danke dafür.

    Aber heißt die Energiewende nicht einfach, dass Deutschland zur Not ein Gas- und Kohleland bleibt, das sich teure Windmühlen und Elektroautos leistet?

    Ich glaube deshalb nicht daran, dass die Energiewende politisch scheitert. Man wird sie so oder so als Erfolg verkaufen. Der lieblose Monitoring-Bericht hat das schon angedeutet.
    Wichtig fürs Verkaufen ist es dass es einen Bericht gibt, nicht was drin steht.

    Wenn Wulff mit seinem Kumpel Urlaub macht gibt es einen Brennpunkt und er tritt zurück.
    Wenn ein Monitoring-Bericht der Bundesregierung rauskommt der zeigt, dass die Kosten der Energiewende steigen und steigen, passiert nichts.

    Mit freundlichen Grüßen
    Günter Heß

  10. Rolf Kersten 4. Januar 2013 21:12

    @Rudolf Kipp

    Guter Artikel von Tritium. Allerdings ist der Wirkungsgrad der fossilen Energieerzeugung (wieder BMWi Daten) von 1990 bis 2001 von 37.7% auf 40.1% gestiegen, danach bis heute weiter auf 46.9%. 2.6 Prozentpunkte davon allein in den letzten drei Jahren, den Jahren des stärksten Zubaus volatiler Solaris- und Windenergie!

    Warum also nicht beides? Wind+Solar wenn es geht, und die „Täler“ mit regelbaren aber trotzdem effizienten fossilen Kraftwerken auffüllen? Die Physik verlangt ja nicht, daß fossile Kraftwerke erst ab 3000 Volllaststunden betrieben werden dürfen. Vor 20 Jahren hatten Gaskraftwerke 2000 Volllaststunden. Die Energiewende scheitert nicht an der Physik, sondern wenn nur an den Kosten. Insofern kann ich Ihr Fazit „Die Energiewende bedeutet nichts anderes als steigende Preise bei gleichzeitig sinkender Versorgungssicherheit.“ unterschreiben. Steigende Energiepreise sind eh unausweichlich, und die mittelfristige Dämpfung dieser Entwicklung durch Substitution mit Erneuerbaren erkaufen wir uns durch komplexere Regelung, also sinkender Versorgungssicherheit

  11. Helium 4. Januar 2013 21:43

    #10

    entweder bin ich zu doof diese „kennziffern des energieverbrauchs“ die sie erwähnen zu finden, oder ihr link oben unter #4 enthält diese nicht und ist schlicht falsch.

    wie wärs mit genaueren hinweisen?

  12. Helium 4. Januar 2013 21:50

    Ok, ich revidiere meine Aussage, ich habs gefunden … mea culpa

  13. Tritium 4. Januar 2013 21:57

    Gut gemacht, Herr Heller
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    Zettels Raum

    Vernünftige Gedanken von Gott, der Welt und der Seele des Menschen, auch allen Dingen überhaupt

    17. Juni 2016

    Villa Diodati, Genfer See, 16. Juni 1816. "Der Wachtraum der Vernunft gebiert Ungeheuer"




    In jener Nacht - es ist die Nacht von Sonntag auf Montag, nach Mitternacht, "past the witching hour," liegt eine junge Engländerin, die das Jahr nach dem Sturz des Großen Napoleon, nach dem Ende der Kontinentalblockade, mit ihrem Mann (ihrem baldigen Ehemann, denn noch besteht die Ehe mit seiner Frau, von der er sich getrennt hat) und einigen Bekannten in Frankreich, in Oberitalien und während des kalten, unwirtlichen Frühsommers in der Schweiz verbringt, im halb traumversunkenen, halb nachdenklichen Zustand, Ihre Gedanken kreisen um eine spielerische Herausforderung, die am Vorabend in der geselligen Runde aufgekommen ist, nachdem man sich angesichts des naßkalten Wetters, die Zeit mit dem Vorlesen von Gespenstererzählungen vertrieben hat. Ihr späterer Ehemann und sein adliger Freund, die sich beide durch schriftstellerische Ambitionen auszeichnen, befinden, daß sie in der Lage sein sollten, selber ein schauderöses Garn, voller Geister, verfemten Adelsgeschlechtern, düsteren Omen, ganz nach dem Muster des Gehörten, niederschreiben zu können. Die große Zeit der "gothic novel", des Gotischen Schauerromans  ist vorbei; aber seine Motive werden gerne in seichter Unterhaltungslektüre verwendet. Die junge Frau, die als einzige dieses Spiel ernst nehmen wird, ärgert sich, daß ihr keinerlei Aufhänger einfällt, von dem der literarische Schrecken seinen Ausgang nehmen könnte. Erinnerungen an Gespräche der vergangenen Abende fallen ihr ein, in denen es um das gegangen war, was noch "natural philosophy", "Naturphilosophie" genannt wurde (der Ausdruck "scientist" wird im Englischen erst 1833 von William Whewell geprägt werden): die Frage nach der Natur des Lebens, nach seinem Ursprung - und ob solche Fragen jemals durch klare, nüchterne, eben wissenschaftliche Analyse ergründet werden würden.

    During one of these, various philosophical doctrines were discussed, and among others the nature of the principle of life, and whether there was any probability of its ever being discovered and communicated. They talked of the experiments of Dr. Darwin, (I speak not of what the Doctor really did, or said that he did, but, as more to my purpose, of what was then spoken of as having been done by him,) who preserved a piece of vermicelli in a glass case, till by some extraordinary means it began to move with voluntary motion. Not thus, after all, would life be given. Perhaps a corpse would be re-animated; galvanism had given token of such things: perhaps the component parts of a creature might be manufactured, brought together, and endued with vital warmth.

    Während einer [dieser Unterhaltungen] kamen verschiedene philosophische Ansichten zur Debatte; darunter die Frage nach der Natur des Lebens, und ob es je erforscht und publiziert werden würden, Sie sprachen über Dr. Darwins Experimente (nicht um solche, der er wirklich ausgeführt hatte, sondern die ihm zugeschrieben wurden), der Nudeln unter Glas so lange aufbewahrt haben sollte, bis in ihnen Bewegung entstanden war. Das schien unwahrscheinlich. Vielleicht aber konnte man einen Leichnam wiederbeleben; der Galvanismus schien in diese Richtung zu wiesen; vielleicht konnte man die Bestandteile eines Lebewesens künstlich anfertigen, zusammenfügen und ihr Lebenswärme einflößen.

    (Kleine Anmerkung: Es handelt sich hier nicht um Charles Darwin, sondern seinen Großvater Erasmus Darwin, der schon den Evolutionsgedanken vertrat, ohne ihn in einer umfassenden Theorie zu begründen. Ahnungslose Leser der 1804 in Leipzig anonym erschienenen "Nachtwachen. Von Bonaventura" haben zumeist das Gefühl eines Zeitparadoxons, wenn sie in der Achten Nachtwache lesen: "Doktor Darwin behauptet nämlich, daß der Mensch als Mensch einer Affenart am mittelländischen Meere sein Dasein verdanke, und diese bloß dadurch, daß sie sich ihres Daumenmuskels so bedienen lernte, daß Daumen und Fingerspitzen sich berührten.")

    Night waned upon this talk, and even the witching hour had gone by, before we retired to rest. When I placed my head on my pillow, I did not sleep, nor could I be said to think. My imagination, unbidden, possessed and guided me, gifting the successive images that arose in my mind with a vividness far beyond the usual bounds of reverie. I saw—with shut eyes, but acute mental vision, —I saw the pale student of unhallowed arts kneeling beside the thing he had put together. I saw the hideous phantasm of a man stretched out, and then, on the working of some powerful engine, show signs of life, and stir with an uneasy, half vital motion. Frightful must it be; for supremely frightful would be the effect of any human endeavour to mock the stupendous mechanism of the Creator of the world. His success would terrify the artist; he would rush away from his odious handywork, horror-stricken. He would hope that, left to itself, the slight spark of life which he had communicated would fade; that this thing, which had received such imperfect animation, would subside into dead matter; and he might sleep in the belief that the silence of the grave would quench for ever the transient existence of the hideous corpse which he had looked upon as the cradle of life. He sleeps; but he is awakened; he opens his eyes; behold the horrid thing stands at his bedside, opening his curtains, and looking on him with yellow, watery, but speculative eyes.

    Über solchen Gesprächen wurde es Nacht, und als wir schlafen gingen, war schon die Geisterstunde vorbei. Als ich mich hinlegte, schlief ich nicht ein; ich dachte auch nicht bewußt nach. Meine Phantasie nahm mich gefangen und verlieh den Bildern, die mir in den Sinn kamen, eine Lebendigkeit, die über das übliche Maß des Gedankenspiels hinausgingen. Ich sah, mit geschlossenen Augen, aber geschärfter Phantasie - den Adepten verbotener Wissenschaften, wie er neben seinem Werk kniete. Ich sah das furchtbare Zerrbild einer Menschengestalt, hingestreckt, und dann, durch die Wirkung einer mächtigen Maschine, Lebenszeichen zeigend und sich in unsichere Bewegung setzend. Das müßte grauenvoll sein; denn eine solche Nachahmung des göttlichen Schöpfungswerks durch einen Menschen mußte eine entsetzliche Wirkung haben, Sein Erfolg würde den Künstler entgeistern; er würde vor seinem Werk voller Grauen die Flucht ergreifen. Er würde hoffen, daß der matte Lebensfunke verlöschen würde und würde vielleicht mit der Hoffnung einschlafen, daß das Schweigen des Grabes das flüchtige Dasein des Leichnam zudecken wird, den er zum Ursprung neuen Lebens machen wollte. Er schläft - aber er wird geweckt; er öffnet die Augen: sieh - an seinem Bett steht das grauenvolle Wesen, zieht die Bettvorhänge zur Seite und sieht ihn mit gelben, trüben, aber neugierigen Augen an.

    I opened mine in terror. The idea so possessed my mind, that a thrill of fear ran through me, and I wished to exchange the ghastly image of my fancy for the realities around. I see them still; the very room, the dark parquet, the closed shutters, with the moonlight struggling through, and the sense I had that the glassy lake and white high Alps were beyond.

    Ich schlug die meinen vor Schrecken auf. Die Vision schlug mich in Bann; ich hatte nur den Wunsch, das schreckliche Bild meiner Phantasie gegen die Wirklichkeit zu tauschen. Ich sehe sie jetzt noch vor mir; das Zimmer; die geschlossenen Fensterläden, das Mondlicht, das matt hindurchschien, und die Gewißheit, daß sich dahinter der See und die hohen weißen Alpen befanden.

    Der Leser wird erkannt haben, daß es sich bei der jungen Frau, die die Genese ihrer Geschichte fünfzehn Jahre, 1831 später im Vorwort der dritten Auflage schildert, um Mary Shelley handelt (oder genauer: um - noch - Mary Wollstonecraft Godwin; sie wird Percy Bysshe Shelley erst am 30. Dezember dieses Jahres heiraten), und bei dem fraglichen Text um "Frankenstein: or, The Modern Prometheus", jener Fabel, jenem fabulierten Wesen, das über die Ursprünge aus den Befindlichkeiten des gotischen Schauerromans auf der einen Seite und der Weltanschauung des "Byron'schen Helden" der literarischen Frühromantik auf der anderen hinaus, ein doppeltes - und wie es sich für ein solches Geschöpf gehört - unsterbliches (ein untotes?) Nachleben gewonnen hat.

    Da ist zum einen die Figur des "Schraubenkopfs", des "Bruders Ungeschlacht", jener direkten Verkörperung als Gestalt der mittlerweile ihrerseits als klassisch geltenden Filmversionen, von den amerikanischen Universal-Versionen der frühen 30er Jahre bis zu den Remakes der Hammer-Studios ein Vierteljahrhundert später. Von den "klassischen" Gestalten der filmischen Schrecken - neben dem Vampir, dem Zombie und dem Werwolf - ist diese Gestalt als erste zu einer Selbstparodie verkommen; die schon nach zwei oder drei Leinwandauftritten nur noch als lächerliches Zerrbild sein Dasein fristen konnte (der zweite Auftritt Boris Karloffs in dieser Rolle, in "Frankensteins Braut", markiert das Ende; schon in "Arsen und Spitzenhäubchen/Arsenic and Old Lace" von 1940 ist für diese Figur nur noch die Stufe der Travestie möglich; ein Schicksal, das dann bis zur Rocky Horror Picture Show das gesamte Standardpersonal dieses Genre ereilen wird). Zum anderen findet sich hier, transformiert und seiner Geisterbahn-Attribute entkleidet, eine literarische Gestalt, die auf ein wesentliches Charakteristikum der literarischen Moderne verweist: der vaterlose, verstoßene Protagonist, der in eine sinnlose, jeder Hoffnung auf Erlösung bare, grausame Welt ausgestoßen wird und der entweder keinen Schöpfer mehr hat, der dieser Welt - und dem eigenen Auf-dieser-Welt-Sein einen Sinn oder Zweck geben könnte. Im Fall von Frankensteins Schöpfung hat dieses Wesen zwar einen Erzeuger, der es aber von Anfang an vor Entsetzen verstößt. Die einzige Haltung, die sein Dasein und sein Tun antreiben kann, ist der Aufstand, die Revolte, der Wunsch, seinerseits diesen Schöpfer zu vernichten. Anders als in den filmischen Varianten, egal auf welcher Ebene der Travestie, ist in der Romanfassung das Wesen ja nicht durch Vorbelastung zum Schlechten prädestiniert ("Igor, you idiot: you picked the wrong brain!"), sondern durch die Zurückweisung seiner Umgebung, Die existenzialistische Welthaltung, die dann im nachfolgenden zwanzigsten Jahrhundert so viele Sinnsucher bis hin zu Sartre prägen wird, findet sich hier, unter den Arabesken der schauerromantischen Attribute.

    Zum anderen steht der Roman am Anfang einer Literaturgattung, die die Befindlichkeiten und Themen des populärliterarischen Sensationsromans, erweitert um das Gefühlspektrum des Sturm und Drang, in einen Spiegel der Moderne verwandelt. Salopp und verkürzt gesagt: der alte Schrecken bezieht seine Effekte aus einer imaginierten Vergangenheit; seine Kulissen evozieren ein (oftmals so schlicht wie schemenhaft) umrissenes Mittelalter, seine Staffage entspricht den Ritter- und Räubergeschichten, wo denen Goethe hoffte, daß ein günstiges Geschick sie den Amerikanern ersparen möge - diese Ironie der nachfolgenden Literaturgeschichte von Edgar Allen Poe bis Stephen King ist oft vermerkt worden. Viktor Frankenstein operiert nicht mit magischen Mitteln; er bedient sich nicht der Alchemie, sondern der Wissenschaft seiner Zeit: als lebensspendendes Fluidum seiner Kreatur dient die Elektrizität eines Blitzes. Nicht der Teufelspakt, sondern unendliche Experimentalreihen führen zum Gelingen des Unterfangens. Bei allem Gefälle zum zeitgleich entstandenen Faust weist der Moderne Prometheus auf eine zentrale Verfaßtheit der Moderne, der lebensweltlichen wie der literarischen, voraus. Wissenschaft und menschliche Selbstüberschätzung öffnen die Büchse der Pandora; zwar stehen die Fragen der Sinnstiftung, der Verantwortlichkeit, des Leidens an der Welt, unübersehbar im Zentrum, aber mit der Verantwortung bleiben die Sterblichen allein. Brian W. Aldiss war der erste Kritiker, der in dieser Haltung das Charakteristische sah, das den Kern, zumindest einen der Kernbereiche, der modernen Science Fiction ausmacht, und ihn zum ersten vollgültigen Exemplar dieses Genres erklärt.

    *    *    *
    Mary Shelleys Mitstreiter beim Abfassen einer Gruselgeschichte lassen dieses trivial pursuit schon am nächsten Tag beiseite: von Lord Byron bleibt ein Versfragment von gut 8 Druckseiten, das 1819 als Anhang seines Versepos Mazeppa gedruckt wird;  Percy Bysshe Shelley hinterließ einen Prosaauftakt von einer guten halben Seite, der bis lange nach seinem Tod ungedruckt blieb; Marys Halbschwester Claire Claremont  - die zu dieser Zeit schon Byrons Geliebte geworden war -  fühlte sich nicht herausgefordert, und Matthew Gregory Lewis, der Verfasser des zu seiner Zeit als notorischstem und grellsten verschrieenen Schauerstück, "The Monk" von 1796, traf erst Anfang Juli in Genf ein. Lediglich John Polidori, den Lord Byron zwei Monate vorher, "offiziell" sozusagen, als Arzt für die Reisegruppe eingestellt hatte, entwickelte genug Energie, um seinerseits einen längeren Text zu Ende zu bringen, The Vampyre, der ebenfalls 1819, ohne Verfasserangabe, erschien, und der zunächst als Werk Byrons  - "A Tale by Lord Byron" -  verlegt: sowohl im Magazinabdruck im New Monthly Magazine im April wie auch bei der Buchausgabe einen Monat später bei Sherwood, Nelly & Jones in London (bei einem Umfang von 84 Seiten für die Buchausgabe scheint die Bezeichnung "Roman" leicht übertrieben). Letztlich ist diese Episode in der Villa Diodati in ihren Einzelheiten belanglos. Welche Details, welche spezifischen Anregungen hier eingeflossen sind - einschließlich des Zufalls, daß ohne diese verregneten Tage die Genese eines ganzen literarischen Genres auf einen Mosaikstein verzichten müsste - ist seinerseits ein Fall von trivial pursuit (das allerdings von Literaturinteressierten und -fans - zu denen sich der Autor dieser Zeilen selbstredend niemals zählen würde - mit frivoler Hingabe betrieben wird). Drei Tage nach jenem Sonntagabend klärte das Wetter zum ersten Mal auf, seit Byrons Entourage am 10. Juni die Villa Diodati bezogen hatte, und Shelley wie Byron konnten sich dem widmen, wozu sie nach Genf gekommen waren: nämlich sich auf literarische Pilgerfahrt zu begeben: zu Madame de Staels Anwesen in Coppet, zu Voltaires Altersrefugium in Verney, zu den Schauplätzen von Rousseaus Roman Julie ou la Nouvelle Héloïse von 1761 und zu Bergausflügen in die Gletscherwelt des Berner Oberlandes. Schon die Anmietung des Sommerwohnsitzes war Teil dieser Spurensuche: Byron hatte aus dem Namen der Familie Diodati fälschlich geschlossen, dies sei das Haus, in dem John Milton 1638 bei seiner Rückkehr von Italien nach England kurze Zeit Station gemacht habe, um der Familie seines kurz vorher verstorbenen Freundes zu kondolieren.

    Der Sommer des Jahres 1816 ist in die Klimageschichte als das "Jahr ohne Sommer" eingegangen. Nach dem Ausbruch des Vulkan Tambora in Java im Jahr zuvor, einer der größten Eruptionen der Geschichte, die den Ausbruch des Krakatau im Jahr 1883 um ein Vielfaches übertraf, war es durch die gewaltigen Aschemengen, die in der Stratosphäre verblieben waren, weltweit zu einem Temperaturrückgang von durchschnittlich 1,5 Grad gekommen; mit Auswirkungen auf das Wetter, die weitaus heftiger ausschlugen, als es dieser schüttere Wert zunächst vermuten lässt. Das Londoner Gentleman's Magazine für den Monat Juli 1816 vermeldet für die kontinentalen Verhältnisse:

    SWITZERLAND.
    The weather in several parts of the Continent has been such, that in England we should rather rejoice at our exemption, than comlain of our sufferings. From all parts of Europe there are accounts of the dreadful ravage of storm and tempest, of lighning, thunder, and rain. These ravages have not been partial; every kingdom has had its share in the dreadful visitation. Switzerland appears to have been more afflicted than any other country. The canton iof laris is represented to be in the last degree of msiery and want. The Birs and the Birsig have broken their banks, carried away the bridges, and inundated large tracts. The Canon of Basle is in a dreadful state. The plains, the grain, and every other produce of the earth, is under water. In Germany the destruction is nearly as great. In Saxony, in the Grand Duchy of Wortzburg, the husbandman is in utter despair. Turkey, Hungary, Italy, and the whole of the Eastern part of Europe, have suffered largely. (S. 72)

    Im einzelnen bedeutete das, daß die Tages- besonders aber die Nachttemperaturen weit unter denen eines frühsommerlichen Juniversums blieben. Anfang Juni hatten die Mittagstemperaturen in Genf noch bei 18°C gelegen; bis zum 14. und 16. fielen sie auf 8 beziehungsweise 6 Grad (natürlich wurde damals noch nicht in Grad Celsius gemessen; sondern in Reaumour); für den ganzen Monat vermelden die Wetteraufzeichnungen nicht einen einzigen Sonnentag (die Einzelheiten lassen sich dieser Arbeit, bes. Abb. 2, entnehmen). Auch die "verschollene Charteque" (so Arno Holz' Schreibweise in seiner Barock-Poesie-Parodie des "Schäfers Daphnis" von 1904) braucht man nicht näher in Augenschein zu nehmen. (Es handelt sich um den Band "Fantasmagoria", 1812 ohne Herausgeberangabe in Brüssel erschienen; mit 8 ins Französische übersetzten Spukerzählungen, die zumeist der 1805 von Laun und Apel verfassten Sammlung "Das Gespensterbuch" entnommen waren), die John Polidori drei Tage vorher beim Besuch einer Genfer Leihbibliothek ausgeliehen hatte. Byron selbst vermied den Ort nach Möglichkeit, um den zahlreichen englischen Touristen zu entgehen, die ihm den Aufenthalt im Hôtel Angleterre verleidet hatten, als er dort am 1. Juni abstieg. Es liegt eine hübsche, kulturinvariante Ironie darin, daß das Dasein eines Rockstars sich im Alltagstrott überaus unleidig erweist - und das anderthalb Jahrhunderte vor der Erfindung des Superstars von Mick Jagger bis Michael Jackson. Aber Byron entsprach dieser Rolle avant la lettre vollauf: mit einem relativ schmalen dichterischen  Oeuvre, den ersten beiden Bänden des ironisch-satirischen Versromans "Childe Harolds Pilgrimage", dafür aber einem Ruf als skandalösem Egomanen, jede Moral verachtenden Zyniker und verantwortungslosem Prasser und Verführer (nicht zuletzt wüsten Gerüchten, daß er eine inzestuöse Beziehung zu seiner Halbschwester gehabt habe) - "mad, bad, and dangerous to know", wie seine zukünftige Schwiegermutter Charlotte Lamb ihre Tochter Augusta vorgewarnt hatte: nicht ganz zu Unrecht. Zwei Wochen nach der Geburt seiner Tochter Ada im Dezember 1815 verließ sie Byron; für immer. Ada Lovelace ihrerseits ist Informatikern durch die Erstellung des ersten Computer-Programms der Welt im kollektiven Gedächtnis geblieben.)

    Avant la lettre erweist sich der 16. Juni auch, weil er als literarischer Gedächtnisort, als Zündmoment eines Werkes von weitreichender Wirkung, erst ein Jahrhundert später in die Bücherwelt eintritt: am 16. Juni 1904, dem Tag, als in Dublin ein gewisser James Joyce einer gewissen Nora Barnacle begegnete und der achtzehn Jahre später zum Handlungszeitraum des Ulysses avancierte und der seit der fünfzigsten Wiederkehr dieses sowohl  realen und fiktionalen Datums Jahr für Jahr Anlaß zu so alkoholischen wie erkenntnisfreien Re-enactments anläßlich des "Bloomsdays" bietet. Womit sich der Kreis des trivial pursuits, der Spurensuche  in der von Ahnungslosen "wirkliche Welt" genannten Kulisse, trefflich schließt.

    (PS: Als literarischer Pilgerort ist dieser spezielle Nexus in Raum und Zeit übrigens seinerseits zum Ziel von Zeitreisenden geworden - virtuellen (den Protagonisten dieser Werke) wie denen mit "acute mental vision", die ihre Visionen zu Papier bringen: in Brian Aldiss' Roman "Frankenstein Unbound" von 1973, in Reinhard Kaisers "Der kalte Sommer des Doktor Polidori" von 1990 oder in Walter Jon Williams' Novelle "Wall, Stone, Craft" von 1993. Oder am ambitioniertesten in der Entwicklung eines narrativen Kosmos und das mythologischen Anspielungs-Hallraums Tim Powers's Roman "The Stress of Her Regard" von 1989. Am nachhaltigsten im Gedächtnis geblieben ist davon vielleicht Ken Russells Filmversion "Gothic" von 1986, der aus den Erwähnungen von Laudanum im Tagebuch von Claire Clairmont als Mittel gegen ihre neuralgischen Schmerzen eine so wüste wie ziellose Kaskade von Drogenhalluzinationen ausfächert, deren Erkenntnisgewinn für den nicht in dieser Weise geflügelten Betrachter in der Erfahrung liegt, daß heftiges Sodbrennen nicht nur über den Magen, sondern auch über den Sehnerv ins Hirn transportiert werden kann.)  






      (Obere Abb.: Frontispiz der Ausgabe des "Frankenstein: or: The Modern Prometheus" von 1831; untere Abb.: die Villa Diodati; anonymer Stahlstich des 19. Jahrhunderts)












        

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    Ulrich Elkmann

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    Olympens, Bibelns och Asgårds karaktärer, barn som upptäcker äldre konst – nu är ett gyllene tillfälle för barn och vuxna att skaffa sig koll på berättelserna som ligger till grund för den väsaterländska kulturen.
    Annat läsvärt finns förstås också att ta del av lagom till läslovet.

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    Läslovet stundar - dags att förse sig och barnen med böcker.

    En bildningsresa förklädd till komisk fantasy

    Rick Riordan: Apollon - Oraklets gåtaÖversättning: Torun Lidfeldt BagerBonnier CarlsenTonår

    "Apollon bor i ett thessaliskt stall / ej bär han lager kring sitt gyllne hår. / Han sändes från Olympens gudahall / dömd att försörja sig som dräng ett år".

    Så beskriver Hjalmar Gullberg den kända grekiska gudasagan (också citerad i Lars-Erik Larssons orkesterverk "Förklädd Gud"). Och eftersom historien brukar upprepa sig vaknar Apollon denna gång upp i en soptunna i ett nutida New York och minns inte ens vad Zeus blev så förbannad för. Men tydligen är han dömd till ännu en straffperiod, nu som tanig, dödlig och (till sin fasa) rejält finnig 16-åring, som snart får både gangsters, ett hotat läger för gudabarn och en trulig tolvåring med underliga förmågor på halsen.

    Precis som en deckare kan vara samhällsanalys förklädd till kriminalroman så är detta en bildningsresa förklädd till fantasy-humor. Här flätas vår värld ihop med Olympens till en dubbeltillvaro kring den förklädde guden och hans anhang. När ungdomar mystiskt börjar försvinna från halvgudalägret, och när oraklen sätts ur spel och inte längre fyller sin roll av kompasser för gudarnas agerande, blir det förstås kris.

    Boken är full av äventyr, fajter, livsfarliga tävlingar, läskiga skogar, bisarra monster och tjänster/gentjänster ur gudahistorien. Men den är också vansinnigt rolig, i alla fall om man gillar den sortens inte allför sofistikerade men ändå väldigt fyndiga och verbala humor. Givetvis måste en poesigud på sned inleda varje kapitel med en dålig haiku, och dedikera boken till musan Kalliope för att inte få en rejäl snyting av henne. Hans omedvetenhet om sin egen egotripp får en att ana Zeus avsikt med att sända honom till jorden. Men även han har äkta kärlek att sörja.

    Här finns gudar som nutidssatirer, som de marknadsföringsgalna gejsergudarna och Rhea som flowerpower-feminist. Och givetvis manifesterar sig den gamla ondskan, som dyker upp i vår tid, i ett kapitalistiskt imperium - mer träffande och kusligt än roligt, kanske.

    Man får en ny relation till Olympen. Och tvärtom - eftersom man redan känner till gudarna kommer man närmare bokens karaktärer än om de varit nyuppfunna. Det viktiga i fiktion är konsten att skapa en värld som fungerar. Riordans böcker är en ny sorts folkbildning för unga och gamla, med högt underhållningsvärde.

    Man vet aldrig när det kan vara bra att ha lite klassisk bildning. Här är havsguden Poseidon up to date: en 2500 år gammal bronsstaty av honom i Atens arkeologiska museum.

    Grekiska myter på ett roligt och lättfattligt sätt

    Sofi Hjort och Karl Johnsson: Olympen - sagor ur den grekiska mytologinRabén & Sjögren9–12 år

    Detta är en bra nybörjarbok där man lär känna de grekiska myterna lite i taget. Det är en roligt och modernt skriven sagosamling, med modernt stuk i teckningarna och Zeus själv som presentatör. Vi möter märkliga djur, bisarra personligheter, fatalt slarv och orättvisor som rättas till. Vi möter Minotaurus, Odyssevs och Perseus och rejäla fruntimmer som Rhea.

    Och vi får del av tidlös visdom, som hur folk förfaller av maktbegär, att man bör lita på gudarnas order (som Orfeus inte gjorde) och att det inte är bra för oss att kunna se in i framtiden (som när rädslan för att spådomar ska slå in förgiftar ens sinne).

    Här görs gudarna fulla i tusan, en småträtande och ganska mänsklig skara. Här spelar Zeus ut människorna mot sig själva. Som när Pandora får både nyfikenheten och en ask som hon inte får öppna. Då fattar man ju hur det går. Här finns också paralleller till våra folksagor. När Kronos slukar sina egna barn och sedan spyr upp dem levande påminner han om vargen och killingarna.

    Här är gamla myter med ett avspänt tilltal, anpassat till en ny tid. Persongalleriet är också bra, och än bättre hade det varit om även gudarna fått sina romerska namn. Då hade säkert ännu igenkänningens ljus tänts i fler läsarögon.

    Olympen för tonåringar och yngre.

    Nordiska myter som folksagor

    Neil Gaiman: Nordiska myter - från Yggdrasil till RagnarökÖversättning: Kristoffer LeandoerBonnier CarlsenTonår

    Många icke-nordbor fascineras av våra asamyter. Den store brittiska ungdomsboksförfattaren Neil Gaiman förknippar dem med norrsken, köld, långa vinternätter, sommarljus dygnet om - allt som anses exotiskt med Norden. Men också Ragnarök, slutet på gudavärlden, blir något speciellt för honom: att dessa gudar inte gjorde anspråk på att vara eviga fick dem att kännas mer närvarande.

    Här är hans version av berättelserna, och översatt till svenska kan boken förstås ge samma bildning till oss, liten som stor. För det är inte ofta vi heller nås av dem. även om de är en del av vårt kulturarv. Han berättar dem som folksagor, en i taget, rätt sakliga – det är mest i dialogen han profilerar karaktärerna och gör dem lite roliga.

    De stora är förstås tre. Oden, den vise och trollkunnige som känner runornas hemligheter. Tor, åskguden, är mest populär bland vanligt folk, och än i dag går väl en ung atlet mer hem i stugorna än en klok åldring, även om han inte är den vassaste kniven i lådan. Loke, det dramatiska drivhjulet, den evige gossen Ruda, konflikthärden, dubbelspelaren. Och så mängder av andra gudar, gudinnor, jättar, jättinnor och troll.

    Dessa gudars syn på ont och gott är knappast 2000-talsmänniskans. De är stridslystna och blodtörstiga, utövar list och finter, utpressning och fula knep. Men är man intresserad av den nordiska gudavärlden så får man ordning på den här, och namn som dyker upp här och var – Mimers brunn, Gjallarehornet, Gungner – får ett sammanhang.

    Och kanske är det Ragnarök som gör skillnaden, jämfört med andra mytologier. Slutstriden gör det lätt att godta att detta är något som hände för länge sedan. Något man diktar sagor om i dag.

    Nordiska myter och äldre kyrkokonst som stoff för barnböcker.

    Gamla tavlor som öppnar nya ögon

    Torhild Elisabet Sandberg och Emily Ryan: Flickan i blåttTorhild förlag6–9 år

    Konsten hör i högsta grad till bildningen. De gamla konstnärerna målade gärna bibliska motiv och för många är Bibelns gestalter numera lika okända som de grekiska myterna.

    Att upptäcka konst kan vara som att en slöja dras ifrån ens ögon, att man börjar se världen på nytt. Petra har bekymmer som man ofta har i lågstadiet. Kompisarna är dumma och ohederliga. Mamma är bara upptagen med lillebror. Och en dag hamnar Petra i en verklig samvetskonflikt.

    Men hon lär också känna granntanten Fredrika och hennes tavlor. Plötsligt börjar Petra se saker från en speciell tavla överallt i sin vardag. Världen blir full av tecken som går att lägga ihop till något större. Och tavlans glorior blir personernas inre guld, som hjälper och stödjer dem.

    "Det hon tidigare knappt lagt märke till blev självlysande och drog till sig hennes uppmärksamhet". Så beskriver boken hur en ny värld öppnas för Petra. Förutom att fläta spänning och mystik är boken en fin och lättflytande skildring av hur ett lågstadiebarn läser av världen. Barn som möter äldre vägledare är ett vanligt tema, men sällan resulterar mötet i intresse för kyrkokonst på ett barns nivå; ett barn som likt de flesta i dag växer upp i en miljö som inte vet mycket om varken konst eller Bibelns bildvärld.

    Teckningarna är i en enkel, rättfram seriestil som barn är vana vid. Enda bristen är att tavlorna som Petra och Fredrika talar om inte finns med i originalavbildningar. Visst kan man leta på nätet, men att sakna dem gör boken fattigare.

    Kriget gav syskonen Ängberg en holländsk bror

    Christina Waldén: TulpanpojkenRabén & Sjögren9–12 år

    Holland under andra världskriget har varit en vit fläck för mig. I Sverige har det hamnat i skuggan av de krigförande länderna och våra ockuperade grannländer Norge och Danmark.

    Men nu vet jag att Holland drabbades hårt av den tyska ockupationen. En kvarts miljon holländare dog. Tyskarna tog deras mat, mediciner, tåg och bilar, el och gas. Det är vad det innebär att vara ockuperad: andra gör vad de vill med en. Holländarna tvingades elda upp träden i sina parker och arvemöblerna i sina hem, de åt tulpanlökarna, buskagens småfåglar och kvarterets katter. Ändå dog 20 000 av svält under den sista krigsvintern, Hongerwinter.

    När pojken Wim kommer som krigsbarn till familjen Ängberg utanför Nyköping har han haft det svårt, och han har dessutom måst skiljas från sin familj och kommer till främmande människor som inte förstår vad han säger. Men snart fattar han tycke för den goda maten, den snälla familjen, tryggheten och lugnet. Det är en annan värld, en som inte är söndertrasad av krig.

    Jag är svag för sanna berättelser. Här pågår egentligen inget drama; det ligger i spänningen mellan det förflutna, Wims minnen och mardrömmar om bombplan, nöd och svält, och den tillvaro han har nu. Här målas en rik bild av folkhemmets Sverige, i föremål och företeelser som var på modet. Samt en fin familjeskildring med trygga, mätta och glada människor, som skapar band till varandra.

    Det är band som ska hålla. När Wim ska resa hem igen skriver bokens Britta: "Jag vill inte att min bror Wim ska resa tillbaka till Holland. För ett år sedan kände jag honom inte. Nu är han min bror på riktigt". Och 70 år senare talar Wim fortfarande svenska och håller kontakt med sina svenska syskon. De turas om att hälsa på, ringer, Skypar och skriver brev.

    Något så vidrigt som ett krig kan också skapa berättelser som är så fantastiska och berörande att de bör bli böcker. Denna boks författare, Christina Waldén, är dotter till bokens Britta och kände starkt att just den här berättelsen var en sådan. Det gjorde hon rätt i.

    En uppmuntringsbok för alla konstiga

    Lisa Aisato: Odd är ett äggBonnier Carlsen3–6 år

    Att Odd är en ovanlig kille hörs ju redan på namnet. Det är inte lätt att ha ett ägg som huvud. Han är jätteömtålig och alltid rädd för att huvudet ska gå i kras. Ingenting vågar han göra, och de andra barnen tycker att han är konstig.

    Men en dag träffar han Gun. Och med rätt person kan man vara hur konstig som helst och ändå bli omtyckt och bekräftad. Även om man är konstig på olika sätt.

    "Om att komma ur sitt skal" är den underfundiga undertiteln och boken är både söt och roligt absurd i såväl story som miljö- och personteckningar. Här är en uppmuntringsbok för alla som inte är som andra – och vem av oss är det? – och för alla som behöver påminnas om att det kan finnas vägar ut ur rädslan som vi aldrig kan tänka ut på förhand. Som Aristoteles sa: Det är högst sannolikt att det osannolika inträffar.

    Läs om tidigare utgivna barn- och ungdomsböcker: Från Pluto till vikingar

    Läs högt för barnen – bättre fredagsmys finns inte

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